Hillary Clinton-Böses Erwachen in Iowa

Am Ende blieb Hillary Clinton nur die Flucht nach vorn. Nach ihrer gleichsam überraschenden wie demütigenden Niederlage in Iowa gratulierte die frühere First Lady ihren Konkurrenten und sprach von einer „großartigen Nacht für die Demokraten“.

Von ihrer Niederlage sichtlich gezeichnet: Hillary Clinton

Gewohnt kämpferische Töne

Clinton, die hinter Obama und dem früheren Senator John Edwards lediglich auf den dritten Platz kam, sprach von einer „großartigen Nacht für die Demokraten“. Die hohe Wahlbeteiligung deute auf einen Sieg des demokratischen Kandidaten bei der Präsidentenwahl im November hin, erklärte die frühere First Lady.

Ihren ehrgeizigen Traum, als erste Frau der US-Geschichte ins Oval Office einzuziehen, will Clinton aber nicht aufgeben. „Ich bin bereit für den Rest des Wahlkampfs“, rief sie vor begeisterten Anhängern in ihrem Iowa-Hauptquartier in Des Moines und fügte hinzu: „Ich mache dies seit 35 Jahren, das ist mein Lebenswerk.“ Die hohe Beteiligung an den Parteiversammlungen in Iowa belege die Mobilisierung der demokratischen Basis und den Wunsch nach einem Machtwechsel im Weißen Haus. Es gehe „nicht nur um die Wahl eines neuen Präsidenten, sondern einen Wandel im Land“.

„Ich bin immer noch hier“

Schätzungen zufolge beteiligten sich an den Abstimmungen der Demokraten in Iowa trotz klirrender Kälte rund 220 580 Menschen, deutlich mehr als die 124 000 beim letzten Mal. In ihren Augen ist Obama der glaubwürdigere Garant für den ersehnten Wechsel. An Clinton scheiden sich die Geister. Ihre Kandidatur erscheint wie der Versuch einer dynastischen Fortsetzung der Clinton-Präsidentschaft.

Zu ihren Problemen zählt, dass viele Wähler sie vor allem als berechnende Machtpolitikerin wahrnahmen, die seit Jahren mit kühler Zielstrebigkeit auf eine Rückkehr ins Weiße Haus hinarbeitet. Am auffälligsten war ihre Wandlung von der linksliberalen Feministin zur Politikerin der Mitte, die traditionelle Werte beschwört und in Fragen der nationalen Sicherheit eine harte Linie fährt. Denn Wahlen in den USA werden nicht am linken Rand gewonnen, sondern im politischen Zentrum. Dies ist die Erkenntnis, die hinter dem Erfolg von Bill Clinton steckte.

Bereits am Dienstag stellt sich Clinton wieder dem Wähler, diesmal bei der Vorwahl in New Hampshire. In dichtem Takt folgen dann die weiteren Abstimmungen in den 50 Bundesstaaten. Chancen auf einen Sieg hat sie durchaus noch. „Ich stehe seit 16 Jahren unter Beschuss, aber ich bin immer noch hier“, sagte sie und fügte hinzu: „Wir haben immer gesagt, dass unser Wahlkampf auf das ganze Land ausgerichtet ist.”

Die Powerfrau der Demokraten galt lange als klare Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Die Senatorin von New York feilte an ihrem Politlebenslauf und sammelte bisher 100 Millionen Dollar Spenden. Ihre Wahlkampfmaschinerie lief wie geölt. In landesweiten Umfragen hat sie stets die Nase vorn. Dass sie in Iowa nur auf den dritten Platz kam, ist ein herber Rückschlag.Denn dem erstem Stimmungstest im Marathonrennen um die Nachfolge von George W. Bush kommt große psychologische Symbolkraft zu: Wer in dem kleinen Mittelweststaat in Führung geht, dessen Kampagne bekommt Aufwind. Bis zu 60 Prozent der US-Wähler geben an, noch nicht zu wissen, für wen sie sich entscheiden werden. Die Unentschlossenen setzen nur auf Siegertypen.

Das Momentum gehört nun

Barack Obama.

AP/FOCUS

 

 

 

Obama

 

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