Bei Pin gehen die Lichter aus

Der insolvente private Briefzusteller Pin Mail stellt heute seinen Geschäftsbetrieb ein.

Pin-Geschäftsführer Kay Albrecht musste den 86 Mitarbeitern gestern das Aus mitteilen.

Neumünster – Die Nachricht kam für Kay Albrecht (35), Geschäftsführer der Pin Mail Neumünster GmbH, nicht ganz unerwartet und war dennoch ein Schock. Gestern teilte der Insolvenzverwalter den Mitarbeitern des privaten Briefzustellers auf einer Betriebsversammlung mit, dass der Geschäftsbetrieb Ende des Monats eingestellt werden muss.

86 Beschäftigte, davon 25 in Neumünster, die übrigen in den Pin-Depots Rendsburg, Kiel, Schleswig und Bad Bramstedt, verlieren ihren Job. Am 25. Januar musste das Unternehmen der Pin-Gruppe Insolvenz anmelden. “Das war eine direkte Folge des neuen Mindestlohns in der Postbranche”, sagte Albrecht. Mit 9,80 Euro Mindestlohn pro Stunde habe man nicht wirtschaftlich arbeiten können. Die Stundenlöhne bei Pin hätten sich zuvor um die sieben Euro bewegt. Albrecht: “Der Mindestlohn hat uns das Genick gebrochen.”

Bundesweit läuft bei 20 Gesellschaften der Pin-Gruppe das Insolvenzgeld aus. Das bedeutet nicht für alle das Aus; zum Teil wurden Investoren gefunden. “Neumünster gehört nicht dazu”, sagte Holger Voskuhl, Sprecher der Kölner Kanzlei Dr. Andreas Ringstmeier. In Neumünster seien auch unter vorläufiger Insolvenzverwaltung Verluste angefallen. “Das darf nach dem Insolvenzrecht nicht passieren”, so Voskuhl. Der Insolvenzverwalter müsse Masse schützen und habe daher nur die Möglichkeit gehabt, den Geschäftsbetrieb zu schließen. Das gleiche Los trifft Pin Mail in Lübeck, wo die Mitarbeiter am Donnerstag informiert wurden.

Heute wird letztmalig die Pin-Post in Neumünster zugestellt. “Montag ist definitiv Schluss, die Kunden sind informiert”, sagte Albrecht und stellte seinen Mitarbeitern ein gutes Zeugnis aus. Auf sie sei stets Verlass gewesen, auch in der Zahlungsunfähigkeit sei der Geschäftsbetrieb reibungslos weitergelaufen. Das Unternehmen werde im April abgewickelt. Albrecht: “Rechnungen, die Märzlöhne, Arbeitszeugnisse – das werden wir alles noch sicherstellen.”


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