Ortstermin im fernen Usbekistan

Helene Luig-Arlt und ihr Mann Gerhard trieb es nach Taschkent. Im Mai kamen sie wieder – mit der dritten Ausfertigung eines Kooperationsvertrages zwischen FH Flensburg und Technischer Uni Taschkent.

Taschkent, Samarkand, Buchara – den Namen wohnt Exotik inne und ein Hauch Märchenhaftes aus Tausendundeiner Nacht. Mitunter wie zu Hause fühlten sich Helene Luig-Arlt und Gerhard Arlt im zentralasiatischen Usbekistan. Das Ehepaar war jüngst dort zu Gast, wurde üppig mit Plov aus Reis, Gemüse und Hammelfleisch bewirtet und von einer Familie zur nächsten gereicht. Als besonderes Souvenir brachten die Reisenden die dritte Ausfertigung eines Kooperationsvertrages zwischen der Fachhochschule Flensburg und der Technischen Universität Taschkent mit. Der Vertrag ebne den Weg für den Austausch von “Studenten und Wissenschaftlern” ab Herbst, erklärt sie.

Helene Luig-Arlt ist Vorsitzende des Kreisverbandes der Deutschen Freundschaftsgesellschaft West-Ost in Schleswig-Holstein, Stellvertretende auf Landesebene, vertritt das Land im Bundesvorstand. Als der Arbeitskreis Fachaustausch des Bundesverbandes 2004 zehnjähriges Bestehen in der Usbekischen Botschaft in Berlin feierte, keimte die Idee zum Austausch. 2005 beherbergten die Arlts bereits Wissenschaftler aus der früheren Sowjetrepublik, die in Flensburg Einblicke in Arbeit und Alltag erhielten.

Im Mai erfolgte die Unterzeichnung des Vertrages beim Gegenbesuch in Taschkent

Hartnäckig hielt Luig-Arlt Kontakt per Email, bis sie erneut im Februar Besuch bekam, um die letzten Steine auf dem Weg zur zertifizierten Zusammenarbeit beiseite zu räumen. Im Mai erfolgte die Unterzeichnung des Vertrages beim Gegenbesuch in Taschkent. Bei der Gelegenheit erfuhr sie eine besondere “Wertschätzung”, als sie “durchweg auf dem Podium” Platz nahm auf einer internationalen Konferenz. Die Flensburgerin mit eigenem Büro für Stadtteilmanagement referierte zum Thema Stadtentwicklung in Deutschland.

Überrascht äußert sie sich über die “unerwartete Freizügigkeit” in dem muslimischen Land. Verschleierte Frauen seien ihr selten begegnet, Damen in modisch gewagten Outfits hingegen öfters. Vom Reichtum des Landes mit den viertgrößten Goldvorräten der Welt überzeugten sich die Arlts während einer Busreise ins Hunderte Kilometer entfernte Sarafschan. Die Stadt sei allein für den Abbau der Bodenschätze aus der Erde gestampft worden und werde über eine mehr als 200 Kilometer lange Pipeline mit Wasser versorgt, weiß Gerhard Arlt.

“Wir können als Verein dafür sorgen, dass Fachkräfte Know-How austauschen”

Mit dem Element Wasser wiederum hat Usbekistan ein Problem. “Der Aralsee zerfasert. Etliche Salzpfannen sind entstanden”, beobachtete der Geographie- und Biologie-Lehrer, während sie über den schwindenden, viertgrößten Binnensee der Welt hinwegflogen. Wie wertvoll Wasser sein kann, erlebten die Arlts bei Schauern: Während man hierzulande Schutz vor Regen sucht, “springen die Kinder hinein und tanzen im Wasser”, erinnert sich Helene Luig-Arlt.

“Wir können als Verein dafür sorgen, dass Fachkräfte Know-How austauschen.” Das “globale Thema ökologischer Probleme” treibe sie an. Und natürlich habe sich die West-Ost-Gesellschaft der Völkerverständigung verschrieben. Über die mehr als zwei Jahrzehnte der Mitgliedschaft des Ehepaars im Verein hat sich der Fokus innerhalb des Ostens immer wieder verschoben. “Es hat lange gedauert, bis man Russland wiederentdeckt hat”, sagt Luig-Arlt und hofft, dass abseits der Investoren auch junge Leute die Perspektiven dort erkennen. Die Arlts jedenfalls bleiben dran an Osteuropa, weil es

“einfach spannend” sei, wenn sich Menschen wie ein in Novosibirsk lehrender Bremer Professor, usbekische Wissenschaftler und ein russischer Schriftsteller im Hause Arlt die Klinke in die Hand geben. Kontakt: Helene Luig-Arlt 04636-977858, luig-arlt@foni.net; http://www.deutsch-russische-gesellschaft-kiel.com.


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