Tote Mäuse in der Backstube?

Geschlossen: Seit dem 11. August ruht bei Gustmann der Verkauf.

Die Bäckerei Gustmann ist nur vier Monate nach dem Inhaberwechsel pleite. Der Insolvenzverwalter erhebt Vorwürfe gegen den Vorbesitzer.

An der Tür der Bäckerei Gustmann an der Kieler Straße klebt ein handgeschriebener Zettel. “Bis auf weiteres geschlossen”, heißt es darauf seit dem 11. August. Zwei Tage später meldete die Inhaberin Insolvenz an. Auch die sieben Verkaufsstellen im Stadtgebiet und in Husberg sind dicht. Zwölf Beschäftigte und zwei Auszubildende haben ihren Job verloren.

An der Schaufensterscheibe der Backstube sucht der Hauseigentümer Volker Gustmann per Aushang einen Mieter für die Bäckerei, das Café und den Laden. “Wir waren alle sehr überrascht, dass meine Nachfolger innerhalb von viereinhalb Monaten Knall auf Fall dicht gemacht haben”, sagt Gustmann, der sein Geschäft seit dem 1. April verpachtet hat.

Weniger überrascht vom Schiffbruch der neuen Inhaberin zeigt sich der vom Amtsgericht als Gutachter bestellte Insolvenzverwalter Helmut Gattermann: “Wie es aussieht, hat Gustmann einen maroden Betrieb überlassen, der in die Insolvenz schlittern musste.” Gattermann schließt nicht aus, dass sich Gustmann gegenüber seiner Pächterin in “hohem Maße schadensersatzpflichtig” gemacht habe: “Schon zehn Tage nach Geschäftseröffnung kam die Lebensmittelaufsicht, stellte fest, dass der Betrieb mit Insekten verseucht sei, und veranlasste die sofortige Schließung. Es scheint so, dass Gustmann davon gewusst und darauf im Pachtvertrag nicht hingewiesen hat.”

Das lässt Gustmann nicht auf sich sitzen: “Bei mir war immer alles in Ordnung.” Seine Nachfolgerin habe “nicht richtig sauber gemacht, dann lagen da tote Mäuse, und die Lebensmittelüberwachung hat den Laden dicht gemacht”. Gustmann: “Das war einen Monat nach Geschäftsübergabe, das ist nicht mein Bier.”